Was wir wollen

Eine lebendige und wohnliche Stadt entsteht aus dem Nebeneinander verschiedener Häuser mit ganz unterschiedlichen Nutzerinnen und Nutzern. Doch eine solche Vielfalt ist unter den heutigen Verhältnissen nicht mehr möglich: Die InitiatorInnen von Stadt können heute nur noch begüterte Investoren sein, die sich selten für einzelne Häuser oder die Bedürfnisse der Menschen im Quartier interessieren.

Diese Lücke wollen wir schließen. Wir wollen selbst wieder Räume schaffen, die das städtische Leben bereichern und die auch weniger begüterten Menschen offen stehen. Viel verlockender als Neubauten sind dabei leer stehende Gebäude, die für ein neues Leben von den zukünftigen Nutzenden saniert und umgebaut werden.

Unser Haus für Kultur und Politik (HPK) soll im vollen Zugriff derjenigen sein, die es nutzen. Es soll zentral und gut erreichbar liegen und genug Raum für unterschiedliche Nutzungen bieten. Die Gestaltung und Bespielung der Räume soll selbstverwaltet organisiert werden, z.B. über Plena und Arbeitsgruppen. Das Projekt soll so abgesichert sein, dass es nicht verkauft oder privatisiert werden kann, z.B. in Form einer Genossenschaft.

Wir verstehen uns als Bündnis und sind offen für weitere Gruppen, Initiativen und Einzelpersonen, die diese Idee unterstützen möchten und sich in Konzept und Realisierung des Projekts einbringen möchten.

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Pressemitteilung 06.10.2017

Das nächste Mal wird gekauft: Kasseler Initiative möchte Villa Rühl erwerben

Pressemitteilung (als PDF)

Die Vertreter*innen der Initiative „Platz da: HPK!“ (Haus für Politik und Kultur) haben der Universität Kassel und dem Land Hessen ihr Kaufinteresse an der Liegenschaft Mönchebergstraße 40-42 in Kassel bekundet. Das Gelände – bisher vor allem durch die Besetzung „Unsere Villa“ im Frühsommer bekannt – steht seit geraumer Zeit leer. Ziel der Initiative HPK ist es, dort Platz für ein gemeinschaftlich organisiertes Soziokultur-Zentrum zu schaffen. Denn gerade kleine und gemeinnützige Kulturprojekte haben es schwer in Kassel: so verschwanden in den letzten Jahren zahlreiche Räume, die diesen bisher ein Zuhause boten. Doch gerade die kleineren Akteure tragen wesentlich zu einer lebendigen und vielfältigen Stadt bei. Diesen möchte die Initiative HPK nun eine verlässlichere und langfristige Perspektive bieten.

Viele selbstorganisierte Räume der freien Kulturszene sowie politischer Initiativen mussten in den letzten Jahren unfreiwillig umziehen oder ganz schließen: die Kulturfabrik Salzmann, das „Unten“ am Hauptbahnhof, die Kulturzentren „Karoshi“ und „HAUS“ in der Nordstadt sowie das „Tra.fo“ am Lutherplatz. Und auch die Zukunft der Hammerschmiede mit der Skatehalle „Mr. Wilson“ bleibt mehr als ungewiss. Die Initiative „Platzda! HPK“ hat sich Anfang des Jahres gegründet, um nach neuen Wegen zu suchen, die derartigen Projekten eine langfristige Perspektive bieten. Anstatt Räume wie bisher zu mieten und permanent mit einer Kündigung rechnen zu müssen, setzen wir auf den gemeinschaftlichen Kauf oder Pacht der Gebäude durch die Nutzenden selbst. Als Miteigentümer*innen werden diesen unabhängig von Vermieter*innen. Auch bei der Verwaltung des Hauses sollen die Nutzenden und Gruppen mitwirken: so organisieren sie gemeinsam auch die Sanierung, Instandhaltung und Selbstverwaltung der Gebäude.
Das zukünftige Zentrum soll nicht auf die Erwirtschaftung von Gewinnen ausgerichtet sein, sondern gemeinnützige Ziele verfolgen. Auch ein Weiterverkauf der Gebäude soll per Satzung ausgeschlossen werden, um eine Privatisierung der Gebäude zu verhindern. Seit Jahren werden in anderen Städten bereits ähnliche Modelle praktiziert, wie etwa im Rahmen des Mietshäuser Syndikats oder des kulturellen Freiraumes „b-side“ in Münster.

Um dieses Konzept in die Tat umzusetzen, hat die Initiative HPK eine Kaufanfrage für die langjährig leerstehenden Gebäuden in der Mönchebergstraße 40-42 abgegeben. Im Laufe der Berichterstattung über die Besetzung „Unsere Villa“ und in Gesprächen mit Hochschulangehörigen erhielten wir den Eindruck, dass eine kurz- oder mittelfristige Nutzung der Gebäude durch das Land Hessen oder die Universität Kassel nicht geplant zu sein scheint. Das würden wir gerne ändern! Aktuell sind als Nutzung denkbar:

  • multifunktionale Räume für kleine Konzerte und Veranstaltungen
  • Gruppenräume und Büros
  • Café mit stabilen Öffnungszeiten an mehreren Tagen in der Woche.
  • Kleingewerbe und Wohnen

Wir warten nun auf die Rückmeldung der Universität auf unser Kaufinteresse und würden uns über eine Gesprächseinladung freuen.

 

Über die Initiative „Platz da: HPK!“:

Als Initiative „Platz da! – HPK“ haben sich Anfang des Jahres verschiedene Personen aus bereits bestehenden Stadtteilinitiativen, selbstverwalteten Wohnprojekten, Kommunen und der Universität Kassel zusammengefunden. Wir verstehen uns als breites Bündnis und sind offen für weitere Gruppen, Initiativen und Einzelpersonen, die unsere Idee unterstützen und sich in Konzept und Realisierung des Projekts einbringen möchten.

 

20.06.2017 19h | Diskussionsveranstaltung: Das nächste Mal wird gekauft!

Ein Haus für Kultur und Politik in Kassel !
Ein neues Haus für Kultur und Politik in Kassel wird gebraucht. Es soll im Eigentum und damit im Vollzugriff der Nutzerinnen sein, zentral und gut erreichbar liegen und eine Mindestausstattung an Raum- und Nutzungsmöglichkeiten haben. Aktuell sind das:

  • ein multifunktionaler Raum für Konzerte und Veranstaltungen
  • Gruppenräume/Büros,
  • Café/Kneipe mit stabilen Öffnungszeiten mehrere Tage in der Woche.
  • Optional können Platz für Kleingewerbe, mehr Gruppenräume/Büros oder gar Wohnen je nach Objekt, Finanzierungs- und Nutzungsinteresse dazu kommen.

Natürlich müssten auch wir einen Kauf und ggfls. die (energetische) Sanierung finanzieren; aber der Vorteil wäre, dass das Gebäude dann langfristig für Aktivitäten in Sachen Kultur und Politik zu nutzen wäre und nicht einfach gekündigt werden kann, wie das beim Karoshi, dem Haus, Salzmanns und anderen Alternativ-Räumen der Fall war. Finanzierungsmöglichkeiten sind Spenden, Crowdfunding, Bankkredite, Direktkredite, Subventionen und öffentliche Mittel. Eine Refinanzierungen der geliehenen Gelder sollte durch Mieteinnahmen, Spenden sowie Erbschaften/Schenkungen getragen werden. Die Trägerschaft soll so abgesichert werden, dass es zu keinem ungewollten Verkauf oder Privatisierung kommen kann. Das Haus soll selbstverwaltet organisiert werden.

Im Moment sind wir eine kleine Gruppe von Menschen, die an der Erarbeitung eines Konzeptes und der Suche nach passenden Gebäuden sind. Mit dir und anderen Nutzungs-Interessierten möchten wir uns austauschen über die Idee, Raumansprüche, deine Nutzungsanforderungen und die Basis der gemeinsamen Raumnutzung.

Komm vorbei, sag anderen Interessierten Bescheid
am 20.06.2017 um 19 Uhr
im Saal der Villa Locomuna, Kölnische Str. 183

28.01.2017 18h | Kennenlerntreffen

„Kulturfabrik Salzmann“, „Tra.fo“, „HAUS“, „Unten“, „Kulturzentrum Karoshi“, …: viele selbstorganisierte Räume der freien Kulturszene sowie politischer Initiativen mussten in den letzten Jahren schließen. Dabei werden in Kassel solche offenen Räume dringend benötigt!
Wir laden euch zu einem ersten Treffen ein, bei dem wir gemeinsam darüber nachdenken wollen, wie dem aktuellen Mangel an Freiräumen für selbstorganisiertes,  kulturelles wie politisches Engagement begegnet werden kann. Wir stellen uns einen ersten Ideenaustausch zum Thema vor und wollen darauf aufbauend gemeinsam Pläne schmieden, welche Wege wir zukünftig einschlagen können.

28.01.2017, 18 Uhr, Villa Locomuna